Lyrik

Das Erwachen

Ein Hauch,
Nur ein Hauch
Und ich bin wieder ganz.

Spürst du ihn auch,
Diesen Hauch?
Seine Eleganz,
Seine Vollkommenheit,
Die alles vereint.

Ein Hauch Kraft,
Ein Hauch Wille,
Einen Hauch Atem braucht es bloß
Und ich lebe.



Conversations

I always come prepared.
Denying that Im scared
Just wishing for someone who cares.

Cares for my fluent speaking mode,
My oh-so-funny anecdotes,
Thought and thought-through sentences -
Youd never notice my minds a mess.

Thats why
I always come prepared.
Im always on alert
Trying not to get hurt
Cant deny Im scared.

Im not shy,
I choose not to talk
Dont ask me why
It makes me feel smart
To tell that to myself.

I know it could be easy
I dont care if that sound cheesy:
But life isnt always fair.
Some float like the air,
Healthy minds and healthy hair,
Why do they not seem to care?
It seems like confident people are everywhere.

Im not one of them
But I know I can
And until then
Ill just pretend.

I always come prepared.
Denying that Im scared
Just wishing for someone who cares.

Cause if Im silent
Be gentle not violent.
I
m not arrogant,
Im just quiet.
And if Im loud
Without a doubt
Ive tried it out
In front of my mirror, aloud.

Because I always come prepared.



Zugfahrten


Ich sehe aus dem Fenster
Die Welt zieht an mir vorbei
Es fühlt sich an wie gestern
Da waren wir noch zu zweit

Das verschwommene Grün der Bäume
Die Tränen auf dem Glas
Erinnern mich an meine Träume
Die ich so oft vergaß

Lange Morgenstunden
Die Beine ineinander verschränkt
Ein Kuss heilt alle Wunden
Besonders von dir als Geschenk

Jetzt sehe ich aus dem Fenster
Jeder Kuss ist lange verflogen
Ich sehne mich nach gestern
Schwebe doch so gerne nach oben

Hinauf, auf keine Wolke
Hauptsache weg von hier
Weit weg von allen Gleisen
Einfach dort oben mit dir

Doch ich bin hier am Boden
Die Welt zieht an mir vorbei
Du bist allein dort oben
Die Tränen werden zu Eis



Die Hosentasche


Eine Hosentasche

Ist sie wirklich da?
Man weiß es nicht.
Manchmal nur Naht
Hinein kommst du nicht.

In deine Hosentasche

Wenn sie echt ist
Dann, Hurra!
Wie oft man sie vergisst,
Zu selten ist sie da.

Die Hosentasche

Und kommst du herein,
Mit den zwei, drei Fingern die passen
Dann merkst du wie klein
Sie ist beschaffen.

Die kleine Hosentasche

Gerade mal Platz für einen Schlüssel
Und vielleicht ein paar Taschentücher
Mehr Platz wirst du nicht brauchen müssen,
Du hast doch die Handtasche für deine Bücher.

Nicht die Hosentasche

Und nutzt du sie,
Dann sieht dein Hintern unförmig aus.
- Guten Abend, Jolie!
Was machst du, kleine Maus?

Nur wegen der Hosentasche

Wäre sie nur größer,
Hätte sie mehr Stauraum,
Dann hättest du dein Handy dabei
Und erlebtest nicht diesen Alptraum.

Verdammte Hosentasche

Warum redest du nicht mit mir?
Du kleine Fotze!
Komm, trink mit mir ein Bier
Und dann sitzen wir bei mir Zuhause vor der Glotze.

Ohne die Hosentasche

Die Hose wird nämlich ausgezogen
Du willst nicht?
Du wärst wohl gerne rausgeflogen!
Doch jetzt lässt er dich nicht mehr gehen.
Warum hat er dich nur so angesehen?
Dein Hintern sah doch so unförmig aus,
Die Schlüssel fielen fast aus der engen Hosentasche raus.
Erinnerst du dich?
Wie du Zuhause mit Spaß
Die Hose ausgesucht hast,
Die Taschen besaß.
Nur kleine, denn das gehört sich für Frauen so.
Erinnere dich noch mal daran,
Denn Zuhause kommst du nie wieder an.



Vuelta a Pasado

Ich wünschte, ich könnte durch die Zeit reisen.
Nur zurück, was kommt will ich nicht wissen.
Vielleicht die allererste Pizza verspeisen
Oder dabei sein, wenn Breschnew und Honecker sich küssen.
Das Manövrieren einer Spielzeuglok aus Eisen
Oder den Samstagsunterricht besuchen müssen.
Ach, könnte ich doch nur durch die Zeit reisen,
Meine Sehnsucht lässt sich kaum bemessen.

Zum 13. Juli 1985 will ich gehen
Und ich würde meine Mutter mitnehmen.
Dieser Tag war ihr 16. Geburtstag
Und der, als in London Live Aid war.
Simple Minds, Eric Clapton und The Who,
Dire Straits, Elton John, Queen und U2.
Das waren noch Ikonen,
Die könnte man niemals klonen.

Wie die Abertausenden, immer gleichen Influencer,
Die vermeintlichen Aus-Der-Reihe-Tänzer.
Sie lechzen doch bloß nach Anerkennung und Ruhm -
Ich halte sie für albern und doch kann ich nichts dagegen tun,
Dass sie mich langweilig und wertlos fühlen lassen,
Dass ich beginne mein Leben zu hassen.
Das ist der Grund, warum sich alles in mir sehnt.
Ich sehne mich nach einer Reise in ein anderes Jahrzehnt.

Zum 15. August 1969 will ich gehen,
Einmal Woodstock live erleben und die Liebe sehen.
Drei Tage lang ein echter Hippie sein,
Nichts als Glück, Freiheit, Musik und Sonnenschein.
Einen Joint rauchen und Jimi Hendrix zuhören,
Über Gras laufen und auf Batik Muster schwören,
Einen Rick, Steven oder John kennen,
Ihn lieben und glauben sich nie wieder zu trennen.

Anders als heute, im Negativismus
Was bedeutet für die Leute in diesen Tagen noch ein Kuss?
Sicherlich nicht Freiheit oder Ewigkeit,
Eher Gefangensein, man hat doch keine Zeit.
Und keinen Platz für Fremde,
Mit "Herzlich Willkommen" ist es jetzt zu Ende.
Ich fühle mich selbst fast schon abgewiesen,
Deswegen möcht' ich lieber die Vergangenheit genießen.

Den 9. November 1989 will ich erleben,
Schabowskis Pressemitteilung live im Fernsehen sehen.
Und dann raus auf die Straße,
Wie die Massen in Ekstase.
Feiern für Einheit und Zusammenkunft,
Die Mauer einreißen, ganz ohne Vernunft.
- Oder als hätte man sie endlich zurück erlangt.
Ich möchte Mauern einreißen mit meiner bloßen Hand!

Wie kann ich das heutzutage?
Es folgt eine auf die andere Plage.
Jeder schwimmt in seiner Blase
Ist das alles nur eine Phase?
Sind wir alle zerfressen und einsam,
Traurig und allein -
Oder bin nur ich das?
Traurig, in der Gegenwart zu sein.


sensation

taking a minute of rest,
feel this sensation in my chest
makes me nervous, blissful, scared
– makes me feel the best.

the best ive felt in days
took turns and chose wrong ways
but right now here in this place
im home.

not in the city i grew up in
or the one i moved to when i was twelve,
or the one i moved to when i was fifteen,
or the one i moved to when i was eighteen,
this is the safest ive ever been.

the darkness outside
makes the feeling right.
theres only me tonight,
the sensation, and the blue night sky.

sitting in the car,
ill go far
far away this time.
this sensation feels sublime.

playing that song again.
the one that played when
we first met.
that day is over,
the moments gone,
but not that sensation
– it lives on.


Winter Ade

Ein Wirbelsturm in meiner Brust
Obwohl Du noch nicht gehen musst.
Langsam ballte er sich auf
Sog Nieren, Lungen, Leber und mein Herz auf.
Wüste Leere lässt er nun zurück.
Ich bin nicht mehr in einem Stück.

Seichter Wind weht durch die Luft,
Dabei trägt er Deinen Duft
Durch Städte, Straßen, Wälder weit
Schier von heut bis in die Ewigkeit.
Und kurz bevor ichs schon vergess
Bringt er mir Dein Innerstes.

Warmer Regen prasselt hinab,
Wäscht die Masken von uns ab.
Jedes verschlafene Blinzeln, jedes Lachen
Wird uns nie wieder glücklich machen.

Es fließt herunter und das „Wir“ geht unter.

Nun bin ich alleine und leer.
Das Wetter interessiert mich schon lange nicht mehr.
Links, rechts, vorne, hinten, oben und unten
Sind Wände, denn die schützen vor Wunden.
Zurück bleiben bloß Narben
Und nie wieder Farben.

Alles ist weiß.
Weiß?

Eine flüchtige Idee
Und schon fällt der Schnee.
Erbarmungslos fallen die Flocken,
Sie beginnen mich zu locken
Durch die Tür, die in der Wand ist.
Die Tür, hinter der Du bist.

Und irgendwann,
Nach einem langen Gang,
Komme ich an.
Und es ist Sommeranfang.
So grelle Farben,
So süßer Duft,
Ein lauer Abend
In warmer Luft.
So lang war ich fort,
Jetzt hüllt es mich ein.
An diesem Ort
Bin ich wieder Dein.

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