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Hitzewelle

Geräusche Längst vergessen Dringen in das Ohr Lauschen Wie besessen So wie im Sommer davor Das Lied läuft wieder Genauso wie der Schweiß Und durch die Augenlider Dringt der Sonnenschein Die Farben sind verdreht Die Wiesen braun Der Asphalt flüssig grau Und kein Lüftchen weht Trägheit Müde Augen Das Flimmern auf dem Weg Traurigkeit Bringt zum Staunen So tut auch das Schöne weh Ein paar Menschen Laufen am Fenster vorbei Glücklich, betrunken Julinacht zu zweit Alle Glieder ruhen nun Nur die Grillen zirpen, sind so nah Warme Gedanken schwirren herum Und die Sterne leuchten, klar

Bettgedanken

Wenn ich morgen sterben würde, Würde ich dann jetzt Briefe schreiben? Wär ich dann nicht mehr so müde, Wär ich plötzlich klug und weise? Und hätte ich dann plötzlich Mut? Mut, den Leuten die Wahrheit zu sagen. Die Lasten, die ich auf mich lud, All diese Gedanken, die mich plagen. Wenn ich morgen aber nicht sterbe, Werde ich dann jemals offen sein? Die Vase besteht aus Scherbe um Scherbe, Aber sie bewahrt den heilen Schein. Wenn man stirbt, wird man zum Mittelpunkt. Auf einmal ist man wichtig, wird vermisst. Ist das vielleicht mein wunder Punkt? Hab ich Angst, dass man mich vergisst? Was sonst soll diese Überlegung? „Vielleicht bin ich ja morgen tot.“ Ein bisschen Realismus bringt mich nicht um, Ein bisschen Schlaf und alles ist wieder im Lot. Morgen ist es schon vergessen, Nur noch blasse Erinnerung, Kann es dann noch kaum ermessen – wenn ich stürbe, was würd ich tun?

Weg mich nicht

Dunkelheit Licht durchbricht Der Weg leuchtet Scheinwerfer Es zieht Wind Nach Hause Oder lieber nicht? Chaos Kabel Klingelton Musik Zischen Türen Ein- und Aus Füße Ferne Ausblick Gedanken machen Einsamkeit Nachtflug Müdigkeit Ist fern Alles Bekannte Landschaft Verzerrt Gesichter Sind so flüchtig Ungewissheit Vertrauen Fahrplan ist Verspätet Gespräche Andere Lauschen Betrunken Es fällt Das Lied Langsame Melodien Motorische Note Das Ende naht Vorbereitung Ohne jede Fahrt nach Hause

Die To-Do Liste

Ich rede mir ein Ich weiß was ich will Eigentlich sollt ich schreien Doch ich bleibe still Punkt 1: Das wichtige Telefonat gleich nach dem Frühstück erledigen, sonst traust du dich nie. Liste um Liste Tag für Tag Kiste auf Kiste Ohne jeden Plan Punkt 2: In die Bibliothek gehen. Wie konntest du schon wieder so lange deine Hausarbeiten ignorieren? Fehltritte sind nicht erlaubt Andere machen sowas Bin ich meiner Jugend beraubt? Kenne ich eigentlich Spaß? Punkt 3: Die Wäsche waschen. Du wechselst viel zu oft die Klamotten. Ist doch egal was andere denken. Oder? Ich habe immer einen Plan Das Ziel ist stets im Blick Dabei könnte ich´s mir doch sparen Ich mache letztendlich nichts Nichts, was bedeutsam wäre Oder etwas verändert Spüre immer diese Schwere An meinen Gliedern ziehen Bänder Punkt 4: Aufräumen. Ständig nur im Bett herumliegen und irgendwie schaffst du trotzdem Unordnung. Selbstbestimmtheit Auf dem Papier Einsamkeit Ma...

Mein Inneres

Es tut weh  — Eins erst vorbei Und ich bereite mich schon auf das Nächste vor. Lass mich gehn  — Hab keine Zeit. Muss wachsam sein, sonst schieß ich noch ein Eigentor. Magen und Füße haben Plätze getauscht. Und das, was mich sonst so berauscht Hat kaum noch Wirkung auf mich. Wirkt fern, absurd, fast lächerlich. Wann habe ich meine Träume verloren? Ich bin doch als Mensch geboren. — Hatte Gefühle, Liebe, Fantasie Davon bleibt nur die Melancholie. Es schmerzt — Hab ich gestern noch so beherzt Den Moment genossen. Vergangenheit — Ist in sich Unendlichkeit. Zu viele Tränen wurden vergossen. Doch jetzt sind keine Tränen da, Bin mir selbst unnahbar. Ist da noch was in mir drin? Wie die Freude, die hatte ich als Kind. Doch eins ist rum. — Das Nächste ist dran. Vielleicht geht es ja um. Ich komm an mich heran. Es betäubt — Und obwohl sich alles in mir sträubt, Lass ich nichts raus, alles nur rein. Z...

Winter Ade

Ein Wirbelsturm in meiner Brust Obwohl Du noch nicht gehen musst. Langsam ballte er sich auf Sog Nieren, Lungen, Leber und mein Herz auf. Wüste Leere lässt er nun zurück. Ich bin nicht mehr in einem Stück. Seichter Wind weht durch die Luft, Dabei trägt er Deinen Duft Durch Städte, Straßen, Wälder weit Schier von heut ’ bis in die Ewigkeit. Und kurz bevor ich ’ s schon vergess ’ Bringt er mir Dein Innerstes. Warmer Regen prasselt hinab, Wäscht die Masken von uns ab. Jedes verschlafene Blinzeln, jedes Lachen Wird uns nie wieder glücklich machen. Es fließt herunter und das „ Wir “ geht unter. Nun bin ich alleine und leer. Das Wetter interessiert mich schon lange nicht mehr. Links, rechts, vorne, hinten, oben und unten Sind Wände, denn die schützen vor Wunden. Zurück bleiben bloß Narben Und nie wieder Farben. Alles ist weiß. Weiß? Eine flüchtige Idee Und schon fällt der Schnee. Erbarmungslos fallen die Flocken, Sie beginnen mich zu locken Du...